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Aktuelles

OV Uffenheim

Exkursion: Demeter Hofbesichtigung

12.04.2026 OV Uffenheim
Exkursion: Demeter Hofbesichtigung

Was gibt's Neues in Geckenheim? - Leckeren Bio-Käse aus 100 % Geckenheimer Kuhmilch!
 Dahinter steckt der Demeterhof Halbritter. Diesen hatten wir uns als Ziel unserer Exkursion in der Reihe “regional und bio" auserkoren - mit dabei unsere stellvertretende Landrätin Ruth Halbritter und der dritte Weigenheimer Bürgermeister Jochen Rückert.

Nach einer kurzen Begrüßung durch die Vorsitzende des Uffenheimer Ortsverbandes der Grünen, Yvonne Hirsch, begannen die Hofbetreibende Michaela und Bernd Halbritter mit ihrer Hoftour. Dabei erzählten sie, dass der 1981 erbaute Laufstall zwar für die damalige Zeit schon sehr modern war, sich aber als ungeeignet für die Umstellung auf Demeter heraus stellte, welche 2019 erfolgte. 
Der alte Stall ist daher aktuell Baustelle und wird für die Nachnutzung als Scheune gerüstet. Da es in der Nähe keinen Händler für Bio-Getreide gibt, wurden Getreidesilos mit knapp 500 Tonnen Volumen gebaut. Bis zu fünf verschiedene Dreschfrüchte können gelagert werden. Die Lagerung sei zwar teuer, biete aber auch mehr Flexibilität, so Halbritter.

„Bei Demeter ist es Voraussetzung, dass die Kühe ihre Hörner behalten dürfen und brauchen alleine schon deshalb mehr Platz" - so Landwirt Halbritter. Aber nicht nur deshalb wurde viel Geld und Zeit in einen modernen Neubau investiert, welcher nun seit drei Jahren in Betrieb ist. Die erste Hürde, die dabei gemeistert werden musste, war einen geeigneten Stallplaner zu finden. Denn es sollte kein Standardbau werden, der nur die Grundanforderungen erfüllt. Im Vordergrund stand und steht neben der Funktionalität auch das Wohlbefinden der Tiere - aktuell tummeln sich auf dem Hof 110 Tiere - 60 Milchkühe mit ihrer Nachzucht und ein Bulle.

Grundlegende Unterschiede zum Altbau sind auf den ersten Blick ersichtlich: offen, hell, großzügig. Bauernhof-Bilderbuch-Romantik: entspannte Kühe, die es sich wiederkauend im Stroh gemütlich machen sowie Artgenossen, welche eine Runde durch den Stall drehen und die Besuchenden dabei neugierig betrachten. Jedes Tier hat die Möglichkeit sich frei zu bewegen. 
Kurz vor der Niederkunft stehende Kühe genießen den Vorzug eines abgegrenzten Bereichs. Auch anschließend haben die frischgebackene Mutter und ihre Kälbchen Platz und Zeit für sich. Zwei wenige Tage alte Kälbchen befinden sich hier aktuell unter der Obhut ihrer Mutter. Während dieser Zeit wird die Mutterkuh einmal täglich gemolken, der Rest steht den Kälbchen direkt zur Verfügung.

Nach der Trennung von der Mutter dürfen sich die Kälbchen in einer „Kälberherde" die Zeit vertreiben. Gefüttert wird dann mit Muttermilch aus dem Eimer. Nach ca. 4 Wochen verlassen die männlichen Kälber den Hof. Die weiblichen ziehen mit dem Alter von Box zu Box und haben dabei von Anfang an immer einen Zugang nach draußen. Mit 5 Monaten kommen sie in den großen Laufstallbereich - das Highlight ist allerdings, wenn sie mit 6 Monaten zusätzlich freien Zugang zur großen Weide erhalten. Wie sehr die Tiere dies genießen, zeigt sich auch heute: einzelne Individuen haben sich einen Zugang zur Weide verschafft, obwohl diese aufgrund des nassen Wetters eigentlich im Stallbereich hätten bleiben dürfen. Das für die Besuchende eher kühl empfundene Wetter ist für die Kühe so richtig zum Wohlfühlen, ist es ihnen doch am angenehmsten bei Temperaturen bis 15 Grad.

Auch in ein automatisches Melksystem wurde investiert. Dabei können die Kühe selbst die Melkstation aufsuchen, wo sie je nach Laktation aber fühestens nach 6 Stunden wieder gemolken werden, eher später. Der Computer des Melksystems erkennt jede Kuh und weiß genau, ob es schon Zeit ist. Viele Kühe kennen ihren eigenen Rhythmus aber selbst ganz gut und kommen überraschend pünktlich zum Melken - was vielleicht auch mit am leckeren Extrafutter während des Melkvorgangs liegen mag. Trotz der Automatisierung, die es ermöglicht, dass fürs Melken nur eine Person benötigt wird, kann von einer wirklichen Zeitersparnis nicht die Rede sein.

Die Milch wird im zwei Tages Takt abgeholt und nach Schrotzberg gefahren. „Die Schrotzberger Molkerei" ist eine super Molkerei" betont Michaela Halbritter mehrmals. Man habe sich deshalb auch bewusst für Demeter entschieden. 
„Im Kreis der Demeter Landwirte wurden wir sehr gut aufgenommen. Es findet ein fachlicher und ehrlicher Austausch, auch über Probleme, statt. Dies war vor allem in der Umstellungsphase enorm hilfreich. So muss man sich z.B. bewusst sein, dass in einem Jahr eine Frucht auch mal ein Totalausfall sein kann," bemerkt Bernd Halbritter.

Und wie wird aus der Milch jetzt der hofeigene Käse? - Dafür kommt eine mobile Käserei, welche vor Ort käst. Für die optimale Reifung wird er mitgenommen. 
Zum Abschluss gibt es natürlich eine Verkostung der vier Käseorten. In Selbstbedienung können diese in der Milchkammer direkt auf dem Hof erworben werden. „Kein Wunder, dass der erste Käse schon fast ausverkauft ist," schwärmt zur Verabschiedung der Vorsitzende des Uffenheimer Ortsverbandes Dr. Thomas Schmidt, „eine Radtour zum Käsekauf beim Demeterhof Halbritter kann ich sehr empfehlen!" - "Am besten ab dem Pfingstwochenende, an dem die nächste Charge fertig sein wird", ergänzt Halbritter.