Kreisverband
PM: Rettet die Erneuerbaren – Aktionstag im Landkreis Neustadt a.d. Aisch Bad Windsheim
Bündnis 90/Die Grünen im Landkreis Neustadt a.d. Aisch‑Bad Windsheim warnen anlässlich des bundesweiten Aktionstag „Rettet die Erneuerbaren“ am 18. April 2026 vor einem drohenden Abwürgen des Ausbaus erneuerbarer Energien durch geplante Gesetzesänderungen der Bundesregierung. Die bisherige Erfolgsgeschichte von Wind, Solar, Biogas und Speicher im Landkreis müsse zugunsten des Wirtschaftsstandortes fortgeschrieben werden.
Der Ausbau erneuerbaren Energien bei uns hat dazu geführt, dass in unserem Landkreis 1,8 mal mehr Strom erzeugt als verbraucht wird und zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen und erhebliche Steuereinnahmen generiert. Das Erneuerbare‑Energien‑Gesetz (EEG) gewährleistet bislang Planungssicherheit für Unternehmen und private Haushalte. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche plant jedoch eine ganze Serie von Maßnahmen, die erneuerbare Energien frontal angreifen. Das sogenannte „Netzpaket“ verteuert Wind- und Solarenergie, verunsichert Investoren, schafft neue Bürokratie und bremst den Netzanschluss. Der Vorschlag sieht vor, die Abnahmegarantie für Strom aus neuen Wind‑ und Solarparks zu streichen. Damit würde die Umsetzung aktueller Projekte wie die Bad Windsheimer Bürgerwindräder im Schußbachwald deutlich erschwert und neue kommunale Initiativen im Keim erstickt. Zudem soll die Einspeisevergütung für Dach‑Photovoltaik reduziert werden. Ohne die aktuelle Unterstützung drohen leere Dächer, ein Rückgang des Handwerks und eine Rückkehr zu teuren fossilen Importen – gerade in Zeiten des Iran- und des Ukrainekrieges, welche die Bedeutung von Energiesouveränität verdeutlichen.
„Der Aktionstag ist ein klares Signal: Wir dürfen uns nicht von kurzfristigen politischen Entscheidungen die Energiewende in unserer Region aushöhlen lassen“, erklärt Kreisrätin Ruth Halbritter. Fraktionsvorsitzender David Muck ergänzt: „Nur mit verlässlicher Planungssicherheit können wir Arbeitsplätze sichern, bezahlbaren Strom garantieren und mehr Unabhängigkeit von schwankenden Weltmarktpreisen erreichen.“
Zu den Erfolgsbeispielen des Landkreises zählen das von der Stadt Uffenheim betriebene Stadtwindrad, die Bürgerenergiegenossenschaft „Regional versorgt“ und zahlreiche Biomasse‑Nahwärmenetze, die Haushalte mit günstiger Wärme versorgen. Auch wenn bundesweit mehr als die Hälfte des erzeugten Stroms erneuerbar ist, liegt der Anteil der Erneuerbaren am gesamten Endenergieverbrauch für Strom, Wärme und Mobilität nur bei 24 %. Die noch offenen 76 % bieten auch durch die Kopplung der einzelnen Energiesektoren erhebliches Potenzial für zukunftsweisende Investitionen im Landkreis – insbesondere in netzdienliche Batteriespeicher und die Produktion von Wasserstoff.
Der Kreisverband fordert den Stopp von Reiches Netzpaket und stattdessen die Flexibilisierung unserer Energiesysteme mit digitalen Stromnetzen voranzutreiben. Er ruft Entscheidungsträger, Unternehmen und Mitbürger aus dem Landkreis auf, sich mehr denn je für die Energiewende vor Ort einzusetzen und sich für faire Beteiligungsmodelle für alle stark zu machen, um die regionale Wertschöpfung zu schützen.