Skip to main navigation Skip to main content Skip to page footer

Kreisverband

Rettet den Ausbau der Erneuerbaren im Landkreis Neustadt (Aisch) - Bad Windsheim!

02.04.2026 Kreisverband

Beschluss des Kreisvorstands GRÜNE Neustadt (Aisch)-Bad Windsheim vom 02.04.2026:

Der Boom der Erneuerbaren ist eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Wir bedanken uns bei allen Menschen und Unternehmen in unserer Region, die in Wind- und Solarenergie, Biogas und Speicher investiert haben. Bei uns sind so Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung entstanden. Teure und geopolitisch zunehmend unsichere Importe von fossilem Gas und Öl wurden zum Nutzen unserer regionalen Wirtschaft vermieden. Steuereinnahmen fließen so an unsere Kommunen. Und vor allem bekommen wir in der Region den Zugang zu günstigem Strom, unabhängig von den extrem schwankenden Preisen am Weltmarkt und den Launen von Autokraten. Regionale Energieerzeugung nutzt unserem Landkreis!

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist dabei der entscheidende Garant für Planungs- und Investitionssicherheit für alle Unternehmen und Privathaushalte. Doch diese Erfolgsgeschichte ist nun in Gefahr. Die schwarz-rote Bundesregierung plant eine ganze Serie von Gesetzen, die den Ausbau der Erneuerbaren auch bei uns ausbremsen sollen. Laut Wirtschaftsministerin Reiche soll bei Investitionen in neue Wind- und Solarparks keine Garantie zur Abnahme des Stroms mehr bestehen. Die Umsetzung zukunftsweisender Projekte wie etwa die Stadtwindräder im Bad Windsheimer Schußbachwald werden hierdurch massiv erschwert.

Solaranlagen auf Dächern sollen keine Einspeisevergütung mehr erhalten und werden so – von Kleinstanlagen abgesehen – unwirtschaftlich. Denn einen attraktiven alternativen Weg zur Vermarktung des Stroms gibt es für kleinere Solaranlagen nicht. Verbleibende Dächer im Landkreis Neustadt (Aisch)-Bad Windsheim drohen in Zukunft leer zu bleiben. Das schadet nicht nur der privaten Energiewende, sondern auch dem Handwerk hier vor Ort, das ein neues Standbein in der Energiewende und bei der Installation von Solarmodulen aufgebaut hat.

Nur begrenzt verfügbares Biogas soll künftig auch in neu eingebauten Gasheizungen verbrannt werden und diese somit einen grünen Anstrich erhalten. Entgegen der Empfehlungen möglichst schnell auf eine langfristig günstigere Wärmeversorgung umzusteigen, könnten Mietende so in einer dennoch weitgehend fossilen Gaskostenfalle gefangen gehalten werden. Die geplanten Änderungen am Gebäudeenergiegesetz verändern zudem die Grundlagen der kommunalen Wärme- und Klimaschutzpläne. Wichtige Entwicklungen werden grundlos verzögern. 

Die aktuelle geopolitische Lage seit Beginn des Iran-Krieges führt uns wieder klar vor Augen: Die Energiewende ist weit mehr als nur eine ökologische Aufgabe. Sie ist Voraussetzung für lokale Sicherheit, für Energiesouveränität in unserer Region, schützt den Geldbeutel der Menschen in unserem Kreis und trägt gleichzeitig zur Wertschöpfung von Unternehmen hier vor Ort bei. Gerade in Zeiten internationaler Krisen zeigt sich, wie wichtig Energiesouveränität und Unabhängigkeit von fossilen Energien sind. 

In unserem Landkreis gibt es eine lange Reihe von erfolgreichen Beispielen: Am Stadtwindrad Uffenheim ist die Stadt Uffenheim direkt beteiligt. Die erwirtschafteten Gewinne fließen in den Stadthaushalt und geben der Stadt Uffenheim dadurch zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten für ihre Bürgerinnen und Bürger. Die bei uns aktive Bürgerenergiegenossenschaft „Regional versorgt“ ermöglicht Bürgerinnen und Bürger eine direkte finanzielle Beteiligung an erneuerbare Energien-Projekte vor Ort und damit an der Energiewende teilzuhaben. Dadurch haben Wind- und Photovoltaikprojekte bei uns eine hohe Akzeptanz. Und schließlich reihen sich zahlreiche Nahwärmenetze wie bspw. In Lenkersheim in die Liste der Erfolge ein. Sie bieten Wärme verlässlich und günstig an – basierend auf regionaler Biomasse. Diese Beispiele zeigen: Von einer Energiewende in kommunaler und in Bürgerhand profitieren wir alle!

Während Deutschland mit einem Rekordanteil von 60 Prozent erneuerbarem Strom im Netz mit großen Schritten auf eine 100 Prozent erneuerbare Stromversorgung zugeht, kommen wir beim gesamten Endenergieverbrauch (Strom, Wärme, Mobilität) erst auf 24 Prozent. 76 Prozent der Chancen der Energiewende liegen damit noch vor uns. An diesen Chancen für Investitionen und Arbeitsplätzen im Handwerk, in der Industrie und im Dienstleistungsbereich wollen wir in im Kreis Neustadt (Aisch)-Bad Windsheim weiterhin teilhaben! 

2024 haben wir im Landkreis bereits 1,7 mal so viel Strom erzeugt wie bei uns verbraucht wurden.[1]  Unsere Region entwickelt sich damit zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort in der Region und bietet gleichzeitig die Grundlage für finanziellen Gestaltungsspielraum für die Kommunen und die Menschen vor Ort. Massive und schlagartige Verschlechterungen der politischen Rahmenbedingungen, wie sie Wirtschaftsministerin Katherina Reiche für die Bundesregierung aus CDU, CSU und SPD plant, werden auch unseren Landkreis erheblich treffen. Bereits jetzt ist der Ausbau der Solaranlagen im Dachbereich spürbar zurückgegangen. Die Ausbauziele für die Solarenergie in den nächsten Jahren drohen insgesamt verfehlt zu werden. Dabei wurden die Klimaziele in den letzten Jahren überhaupt nur deshalb mit Ach und Krach eingehalten, weil der Ausbau der erneuerbaren Energien wie von Solarenergie, Windkraft und naturverträglicher Bioenergie die sich schleppende Wärme- und Verkehrswende ausgeglichen hat.

Für die Städte und Gemeinden in unserem Kreis steht so viel auf dem Spiel. Die Politik von Katherina Reiche droht die Unternehmen, Stadtwerke und Bürgerenergiegenossenschaften mit ihren geplanten Solar- und Windinvestitionen auf ein Abstellgleis zu führen. Wenn die Planungs- und Investitionssicherheit schwindet, verfehlen wir als Gesellschaft nicht nur die Klimaschutzziele, sondern verlieren auch die Möglichkeiten auf kommunale Wertschöpfung mit zahlreichen Handwerksbetrieben und Landwirte hier in der Region.

Wir GRÜNE wollen dafür sorgen, dass die Energiewende ein demokratisches Mitmachprojekt bleibt und unsere Energieversorgung nicht zu einem reinen Spielfeld für Konzerne und wenige Großinvestoren wird. Daher werden wir uns als BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im neu gewählten Kreistag und in den Gemeinde- und Stadträten weiterhin für einen beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien einsetzen und uns gegen Anträge stellen, die den geplanten Ausbau zu bremsen versuchen. Für uns stehen Energiesouveränität, Energieunabhängigkeit und Bezahlbarkeit für die Menschen vor Ort an erster Stelle. Wir wollen, dass die Kommunen und die Menschen vor Ort von der Energiewende selbst gestalten und von ihr profitieren können!


 [1]Quelle: Energie-Atlas Bayern