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OV Uffenheim
Vielfalt? Vielfalt!
“Am 21. Mai begehen wir den Welttag der kulturellen Vielfalt”, begann unsere Referentin, Sozialpädagogin Laura Herderich, ihren Einstieg in das große Thema „Vielfalt“.
"Ein Tag, der nach Musik, Tanz und internationalem Essen klingt. Der Mai wird oft auch als „Diversity Month“ begangen. Doch was genau ist eigentlich „Diversity“ bzw. was ist mit Vielfalt gemeint und müssen wir das wirklich feiern?
Wenn wir Grünen über Vielfalt sprechen, dann sprechen wir über das Herzstück unserer politischen Überzeugung:
Vielfalt ist das Fundament unserer Demokratie!
Diversity meint weit mehr als nur die Anerkennung anderer Kulturen. Diversity ist das Mosaik unserer gesamten Gesellschaft. Es umfasst unsere Herkunft, unsere Geschlechteridendität, unser Alter, unsere körperliche und geistige Verfassung, unsere sexuelle Orientierung und unsere soziale Herkunft. Vielfalt bedeutet nicht, dass wir alle gleich sein müssen, um zusammenzugehören. Es bedeutet, dass wir die Einzigartigkeit jedes Einzelnen als Ressource und Chance begreifen. In der Natur wissen wir längst: Ein Ökosystem bleibt nur stabil, wenn es vielfältig ist.
Das nennen wir Biodiversität.
Mit unserer Demokratie ist das ähnlich: Sie funktioniert nur dann wirklich gut, wenn unterschiedliche Stimmen gehört werden.
Warum ist das gerade jetzt so wichtig? Wir leben in einer Zeit, in der „Unterschiedlichkeit“ oft als Bedrohung geframt wird. Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel, gesellschaftlicher Spaltung und demografischem Wandel können wir es uns nicht leisten, Menschen auszuschließen oder ihnen das Gefühl zu geben, nicht dazuzugehören.
Auf Bundes- und Landesebene sehen wir eine erschreckende Tendenz: Politische Debatten werden immer stärker darauf ausgerichtet, Grenzen zu ziehen. Es wird versucht, ein „Wir“ gegen „Die Anderen“ auszuspielen, sei es bei Debatten über Migrationspolitik, Rechte von LGBTQIA*-Personen oder Barrierefreiheit im öffentlichen Raum.
Auf Bundesebene wird die Weiterentwicklung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) diskutiert - die Grünen wollen das AGG stärken, um Menschenfeindlichkeit und Ausgrenzung effektiver zu bekämpfen.
Ein Meilenstein der letzten Jahre ist das u.a. von den Grünen vorangetriebene Selbstbestimmungsgesetz, das es Menschen ermöglicht, ihren Geschlechtseintrag ohne bürokratische oder medizinische Hürden zu ändern um die Selbstbestimmung zu stärken.
Seit Juni 2025 gilt das sogenannte Barrierefreiheitsstärkungsgesetz mit dem Ziel, dass Menschen mit Behinderungen digitale Angebote genauso nutzen können wie alle anderen z.B. Geldautomaten, Webseiten, E-Books.
Für uns Grüne ist klar: Ein politisches System muss Vielfalt aktiv schützten und fördern.
Vielfalt macht unsere Gesellschaft stärker!
Und genau deshalb ist es wichtig, nicht nur abstrakt über Vielfalt zu sprechen, sondern ganz konkret darüber, wie Menschen hier vor Ort in Uffenheim leben. Wie können wir sicherstellen, dass sich wirklich jede Bürgerin und jeder Bürger in Uffenheim zugehörig fühlt?"
Abschließend forderte Laura Herderich auf, den Blick einmal nach innen zu richten, sich zu fragen, fühlen wir Vielfalt bei uns?
Mit ein paar Impulsfragen stieß Laura Herderich eine bunte Diskussion an, welche aufzeigte, wie schwierig die allumfassende Umsetzung trotz gutem Willen ist und dass deshalb jeder kleine Schritt in diese Richtung enorm wichtig ist
Als Anreiz zum eigenen Reflektieren die diskutierten Fragen:
1. Der Ist-Zustand
Wenn du an Uffenheim denkst:
Wo erlebst du Vielfalt bereits als lebendige Stärke in unserem Gemeindeleben?
Wo funktioniert das Miteinander schon richtig gut — zum Beispiel in Vereinen, bei Festen, in Schulen oder im Ehrenamt?
2. Teilhabe und Barrieren
Wo stößt Vielfalt in Uffenheim noch an Grenzen?
Wo ist gesellschaftliche Teilhabe vielleicht eingeschränkt — zum Beispiel durch fehlende Barrierefreiheit, mangelnde Erreichbarkeit, Sprache, finanzielle Hürden oder gesellschaftliche Vorurteile?
Und ganz konkret:
- Wie barrierefrei ist Uffenheim im Alltag wirklich?
- Fühlen sich junge Menschen ausreichend angesprochen und vertreten?
- Haben Menschen mit unterschiedlichen Lebensrealitäten das Gefühl, dazuzugehören?
3. Vielfalt im Alltag
Wie offen erlebst du Uffenheim gegenüber:
- Zugezogenen,
- Menschen mit Behinderung,
- verschiedenen Familienmodellen,
- unterschiedlichen kulturellen Hintergründen
- oder anderen Lebensentwürfen?
Und wo wünschst du dir mehr Offenheit oder Sichtbarkeit?
4. Verantwortung von Politik und Gesellschaft
Braucht Vielfalt aktive Förderung — oder entsteht sie von selbst?
Wo siehst du die Verantwortung? Bei der Politik? Bei uns als Gesellschaft? Persönliche im Alltag?
Und:
Wo liegt für dich die Grenze zwischen Vielfalt fördern und gesellschaftlicher Überforderung?
5. Der Blick nach vorn
Welche konkreten Impulse oder Projekte könnten wir hier vor Ort anstoßen, um Vielfalt und Inklusion in Uffenheim aktiv zu fördern?
Was würde Uffenheim für dich zu einer Stadt machen, in der sich möglichst viele Menschen zuhause, willkommen und mitgedacht fühlen können?
Schreibe uns gerne deine Gedanken und Anregungen an uffenheim@gruene-neustadt-aisch.de