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Stadtrat

Grüner Stadtratsblog #7

30.07.26

Ein letztes Aufbäumen

 

05.08.2026 Stadtrat

30.07.26

Ein letztes Aufbäumen

 

… vor der Sommerpause …

… dieses mal war es herausfordernd einen Termin für unsere Fraktionssitzung zu finden, waren zwischen Erhalt der Agenda und dem Stadtratssitzungstermin doch drei Aufsichtsratssitzungen angesetzt.

Ruth ging zur Aufsichtsratssitzung der Stadtwind und des AZU. 

Ich, Yvonne, nahm an der Aufsichtsratssitzung der ISU teil - solche Sitzungen von Unternehmen sind in der Regel nicht öffentlich. Doch vielleicht fragst du dich, was ist die ISU eigentlich? - ISU = Industrieanlagenvermietung Stadt Uffenheim GmbH. Geschäftsführerin ist Frau Michaela Kleinschroth. Die ISU wurde 2001 als Tochtergesellschaft der Stadt Uffenheim gegründet mit dem Ziel eine Lager- / Produktionshalle im Industriegebiet Langensteinach / Uffenheim zu bauen um diese an Unternehmen zu vermieten. Einmal um den Standort attraktiver zu gestalten und wahrscheinlich auch um durch mögliche Einnahmen die finanzielle Lage der Stadt zu stärken. Nach und nach folgten weitere Bauabschnitte. Bei Interesse können Unternehmen bei Frau Kleinschroth anfragen, ob gerade etwas frei ist bzw. frei werden könnte. Die 

 

Sitzung des Stadtrates am 30.07.2026

 

startete mit etwas Besonderem: Bürgermeister Thomas Schmitt verlieh Wolfgang Lampe die Würde des Altbürgermeisters. Dieser nutzte die Gelegenheit noch einmal (ein letztes Mal?) vor dem Stadtrat zu sprechen. Er sei voller Dankbarkeit und Stolz diese Würde zu erhalten. Bürgermeister sei ein Fulltime-Job, der keinen Feierabend und kein freies Wochenende kenne. Er zählte einige Meilensteine aus seiner Amtszeit auf … er habe Werte geschaffen. Seinen Dank sprach er der Verwaltung aus, ohne diese das alles nicht möglich gewesen sei und ohne diese gar nichts laufen würde. Abschließend dankte er noch allen für das Vertrauen, das ihm in den vergangenen 12 Jahren geschenkt wurde sowie für diese Ehre nun den Titel Altbürgermeister tragen zu dürfen.

 

Anschließend fand eine Bürgerfragestunde statt, in der sich eine Bürgerin zu Wort meldete. Sie beschrieb die aktuelle chaotische Situation vor allem im Bereich Uttenhofer Weg / Aussegnungshalle / Frühwaldstraße …, und erkundigte sich sorgenvoll, ob diese dem Bürgermeister bekannt sei. Dieser konnte beruhigen und versichern, dass er und die Verwaltung sich der unschönen Situation dort und auch in anderen städtischen Bereichen durchaus bewusst seien, welche größtenteils durch den Glasfaserausbau verursacht würde. Hier sei nicht alles nach Plan gelaufen, Herr Müller vom Bauamt sei aber dran, wenngleich es ehrlicherweise eine herausfordernde Situation sei. So seien z.B. Prüfungen / Überprüfungen der Arbeiten nötig, bevor die Wege endgültig zugemacht werden können.

Die  zusätzlich stattfindenden Arbeiten z.B. vor der Aussegnungshalle dienen der Verbesserung des städtischen Stromnetzes zur langfristigen Stromversorgung.

Ich finde, dies ist ein sehr gutes Beispiel für die Wichtigkeit einer regelmäßigen Bürgerfragestunde und vor allem ein sehr gutes Beispiel wie wichtig es ist, dass diese von den Bürgerinnen und Bürgern auch wahrgenommen wird. Hier haben ALLE die Gelegenheit zu hinterfragen, was in der Öffentlichkeit wahrgenommen aber ohne internem Hintergrundwissen nicht verstanden wird. - Informieren und Weitertragen ist eindeutig besser als Vermutungen und Beschimpfungen zu äußern. Vielen Dank!

 

Nach Abhandlung der Geschäftsordnungsregularien ging es direkt mit TOP 3 los: Vorstellung Durchführung eines Auftragsforschungsprojektes „Optimierung der Netznutzung durch Speicherintegration“ mit der Technischen Hochschule Nürnberg. Der Kontakt kam durch Herrn Erik Vorlaufer, der Geschäftsführer der Stadtwind Uffenheim zustande. 

Die zuständige Professorin Frau Prof. Dr.-Ing. Ivana Mladenovic begann damit kurz den grundlegenden Aufbau von konventionellen Energieversorgungsnetzen vorzustellen. Ganz kurz zusammengefasst: Der Strom fließt vom Erzeuger (hohe Spannung) bis zum Verbraucher (niedrigste Spannung) —> lastgeführter Betrieb der Kraftwerke. 

Danach erklärte sie anschaulich wie die Energiewende die Rollen und Aufgaben der Netzbetriebe verändert. DIE Herausforderung ist die Netzstabilität. Vor allem Lastspitzen verursachen hohe Netzkosten und können einen kostenintensiven Netzausbau erforderlich machen. Zur Stabilisierung der Stromnetze werden aktuell regenerative Erzeugungsanlagen immer wieder abgeregelt. Dies führt zu einer verminderten Nutzung verfügbarer erneuerbarer Energie und reduziert die Wirtschaftlichkeit der Anlagen. 

Eine Lösung könnte sein überschüssige Energiemengen zwischenzuspeichern. Hier setzt das vorgestellte Projekt an: Ziel ist zu untersuchen, wie die Netznutzung optimiert werden kann durch gezielte Integration und Verteilung von Energiespeichern. Diese Speicher sollen netzdienlich dimensioniert und betrieben werden um Lastspitzen zu reduzieren. Gleichzeitig wird die Belastung von z.B. Transformatoren und Leitungen verringert. Auch die Aufnahmefähigkeit des Netzes für zukünftige Netzanschlüsse von erneuerbaren Erzeugungsanlagen, E-Ladeinfrastruktur und Wärmepumpen soll verbessert werden.

Im Projekt würde ein detailliertes digitales Netz als Abbild des tatsächlichen Netzes der Stadtwerke geschaffen werden. Mit diesem Netzmodell würden dann Simulationen durchgeführt werden zum Analysieren von verschiedenen Last- und Einspeiseszenarien. Die Ergebnisse würden eine fundierte Grundlage liefern zur effizienteren Gestaltung des Netzausbaus und eines flexiblerer Netzbetriebs. Es könnten konkrete Empfehlungen zu Speicherstandorten und Speichergrößen gegeben werden. Der Mehrwert läge eindeutig in einer erhöhten Planungs- und Versorgungssicherheit durch fundierte Investitionsentscheidungen - z.B. kein überhöhter Netzausbau für kurzfristige Lastspitzen obwohl die meiste Zeit eine kleiner dimensionierte Leitung vollkommen ausreicht. 

 

Bei TOP 4 Bestellung von Referenten herrscht noch immer keine Einigkeit. Es gibt hier sehr konträre Meinungen von „unnötig“ (SPD) über „wir müssen erst einmal einen Arbeitskreis einrichten“ (CSU) bis zu konkreten Bewerbungen um Referate von BLU und uns Grünen. Ich habe mich als Referentin für Umwelt- und Naturschutz beworben und Ruth für Fairtrade und Regionalität. Die Bürgerliste hat Wirtschaft und Stadtentwicklung sowie Digitalisierung, Transparenz und Bürgerkommunikation ins Spiel gebracht. An Andreas Schober (SPD) wurde das Thema Gesundheit herangetragen. Zudem stehen als mögliche Referate aktuell auf der Liste: Jugend und Soziales;  Kunst und Kultur. Aufgrund der konträren Auffassungen und der Erkenntnis, dass eine von manchen gewünschte detaillierte Ausarbeitung der Aufgabengebiete nicht mal schnell in großer Runde erledigt werden kann, beschlossen wir einstimmig das Thema in die kleinere Runde der Fraktionssprechenden zu geben.

 

Unter TOP 5 ging es noch einmal um die Dorferneuerung Custenlohr-Vorderpfeinach-Hinterpfeinach - und zwar um die Grundsatzentscheidung zur Entwässerung von Flächen im Außenbereich. Bürgermeister Schmitt leitete das Thema ein und übergab zur näheren Ausführung an Martin Müller. Es ging darum festzulegen, ob bei der Dorferneuerung nur das anfallende Abwasser (Schmutz- und Niederschlagswasser auf versiegelten Flächen innerorts) oder auch das Niederschlagswasser von außen, das ins Dorf laufen könnte, bei der Kanalplanung berücksichtigt werden soll. Aus Sicht des Wasserwirtschaftsamts ist die Entwässerung der Außenflächen nicht Aufgabe der Stadt. Die jeweiligen Grundstückseigentümer sind für die Rückhaltung des Niederschlagswasser auf ihren Flächen verantwortlich und haben dafür Sorge zu tragen, dass es nicht auf andere Grundstücke oder öffentlichen Grund abfließt. Dieser Sachverhalt schien uns allen logisch und so beschlossen wir einstimmig als Grundlage für die Planung nur das anfallende Abwasser heranzuziehen. Dies gilt nun als Grundsatzentscheidung für alle Ortsteile. Auch Ruth und ich äußerten unsere Zustimmung. Zusätzlich merkten wir an, dass bei den Planungen trotzdem Extremwetter mitgedacht werden sollten. Und zwar im Sinne, dass durch die Baumaßnahmen keine zusätzlichen Hinternisse geschaffen werden. Von außen kommendes Wasser soll einfach durchlaufen können. 

 

TOP 6 Digitale Alarmierung - Neubau der Sirene im Ortsteil Kleinharbach löste erneut eine Diskussion aus, in der Argumente aus der Ausschusssitzung wiederholt wurden. 

Ich erinnerte daran, dass schon damals, als ursprünglich mal beschlossen wurde Kleinharbach mit einer Sirene auszustatten, die Uffenheimer Feuerwehrführung gesagt hatte, dass sie dies nicht als zwingend erforderlich sehe. 

Die Alarmierung der Feuerwehrleute erfolgt schon seit einiger Zeit über die Alamos-App.

Zum Argument, dass eine Sirene für die Katastrophenalarmierung wichtig sei wusste ich vom zweiten Kommandanten der Uffenheimer Feuerwehr, dass die Sirenen im Stadtgebiet die speziellen Katastrophentöne nicht abspielen können, es daher fraglich sei, ob Kleinharbach in einer solchen Situation tatsächlich einen Nutzen hätte. 

Daraufhin nahm die Diskussion ein bisschen eine andere Richtung ein. Dabei wurde z.B. angemerkt, dass das Cell Broadcast weiterentwickelt wurde und breit genutzt wird. Es gibt mittlerweile andere Methoden, die die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger besser gewährleisten können als eine Sirene. 

Als Abschluss der Diskussion stimmten wir mit 13:5 für die Variante, dass die Sirene für Kleinharbach für 250,- € abbestellt und nicht errichtet wird. Weitere Details zum Thema, z.B. welche Kosten im Falle einer Sireneninstallation angefallen wären können in meinem vorherigen Blogbeitrag nachgelesen werden - ebenso weitere Details zu den zwei vorherigen Punkten.

 

Da keine Einwände geäußert wurden wurde kurzfristig noch ein weiterer Tagesordnungspunkt aufgenommen: In Custenlohr ist im Zuge der Dorferneuerung beim Abriss einer baufälligen Garage ein Keller erschienen, von dem im Vorfeld anscheinend niemand etwas wusste und daher auch nicht in den veranschlagten Kosten enthalten ist. Die Berechnung der voraussichtlich zusätzlich anfallenden Kosten hängt stark vom Füllmaterial ab, das verwendet werden soll. Einfach Erde? Oder Mineralbetonschotter weil später einmal ein Weg darüber führen soll? Ca. 3.500,- €? Ca. 11.000,- €?

Da es Sinn macht den begonnenen Abriss zu Ende zu führen stimmten wir einstimmig dafür, dass mit Eigenleistung durch die Teilnehmergemeinschaft und den Bauhof (kostengünstig) weiter gemacht werden darf.

 

Unter Bekanntgaben verkündete Bürgermeister Schmitt folgende Punkte:

 

1. Gewählte Ortssprecher:

Brackenlohr: Tobias Hegwein

Custenlohr: Daniel Müller

Langensteinach: Hermann Schuch

Rudolzhofen: Karl Weid

Uttenhofen: Bernd Schirmer

Wallmersbach: Bernard Schurz

Welbhausen: Uwe Strebel

 

2. Im Finanz- und Werkausschuss wurde beschlossen die Wertmarken, die an der Kirchweih verteilt werden, anzupassen: Getränkemarken auf 4,- € und Essensmarken auf 8,- €.

 

3. In meiner ersten Stadtratssitzung als Stadträtin hatte ich beantragt zu prüfen, ob eine Umstellung auf ein Recyclingpapier, im besten Fall mit dem blauen Engel ausgezeichnet, kostenneutral oder gar kostensparend möglich wäre. Da die Papierwahl die komplette Verwaltungsgemeinschaft betrifft wurde das Thema in den BürgermeisterInnen-Beirat gegeben. Dort wurde entschieden eine Probepackung zu bestellen, von einer Marke, die der Druckerhersteller empfohlen hat. Wenn der Test positiv verläuft und umgestellt werden kann, verwendet unsere Verwaltung zukünftig ein umweltfreundlicheres Papier (Juhu!) und erzielt damit voraussichtlich noch eine Einsparung von ca. 15 %. Ich würde sagen, es hat sich gelohnt das Thema auf den Tisch zu bringen :-)

 

4. In der letzten Finanz- und Werkausschusssitzung wurde beim Thema Uffenheim App erwähnt, dass der Verlag ein „Sonderpapier“ für das Mitteilungsblatt angeboten hat, welches noch mal dünner und nicht reinweiß ist. Eine Umstellung auf dieses Papier würde eine Ersparnis von jährlich rund 7.500,-  € ergeben. Der Bürgermeister lies zwei Probeexemplare rumreichen.

 

5. Das Freibad hat einen neuen Besucherrekord von über 32.000 Besuchenden - noch vor Saisonende!

 

6. Ganz kurz erwähnte der BgM, dass die Planungen in der Goethestraße und für den neuen Lidl weiter gehen und demnächst auf der Tagesordnung stehen werden.

 

7. Zur Brücke in Rudolzhofen gab er bekannt, dass diese nun insgesamt einer statischen Prüfung unterzogen wird. Die Ergebnisse stehen aus.

 

So, das war’s … und jetzt ist erst einmal Sommerpause! Erholt euch gut und kommt gut durch die Hitze - ja, der Klimawandel lässt leider grüßen … das wird womöglich auch Thema bei unserer vom OV initiierten Imkereibesichtigung am 20.08. - wir sehen uns!