Elisabeth Bahr

Liebe Elisabeth,

nun bist du von uns gegangen.

Viele Jahre warst Du unser Motor: schlagfertig, mit vielen Ideen, unerschrocken, immer mit den Menschen im Gespräch, unermüdlich unterwegs für grüne Ziele.

Wie kaum eine andere hast Du Lebensfreude und Kampfbereitschaft miteinander verbunden.

Dein Humor hat dich getragen.

Dein Wissen, Deine Schlagfertigkeit und Deinen Ideenreichtum hast Du viele Jahre als Kreisvorsitzende und als Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag eingebracht.

Wir vermissen dich!

Deine Grünen

im Kreisverband Neustadt a.d. Aisch - Bad Windsheim

Sepp Daxenberger

Über sieben Jahre hat Sepp Daxenberger dem Krebs die Stirn geboten, hat sich nicht unterkriegen lassen, hat sich erfolgreich dagegen gewehrt, durch sein Leiden ein anderer zu werden. Am Ende hat der "verfluchte Krebs" die Oberhand behalten. So hat Sepp in den Stunden, als es ihm besonders schlecht ging, die Krankheit genannt. Aber fast bis zum Schluß kämpfte er für die politische Idee, die ihn umtrieb, mit vollem Einsatz und blieb dabei doch der Sepp, wie ihn viele kannten: geradlinig, unprätentiös und bodenständig. Er hat es wie wenige geschafft, eigentlich Widersprüchliches wie selbstverständlich zusammen zu fügen: eine konservative Lebenswelt mit dem Anspruch der Weltoffenheit, pragmatisches Handeln, ohne die Visionen aus den Augen zu verlieren, den christlichen Glauben mit dem liberalen Weltbild. Wenn diese Begriffspaare heute gar nicht mehr so gegensätzlich klingen, dann zeigt das umso mehr, dass Sepp die Zeichen der zeit früh erkannt hat. Es ging ihm nicht darum, jede Position bis ins kleinste Detail festzulegen; es ging ihm darum, grüne Ideen mehrheitsfähig zu machen. Recht haben, aber auf verlorenem Posten zu stehen, das war nicht sein Ding. Er wollte Veränderung, wollte etwas bewegen, jetzt und nicht erst in 20 oder 30 Jahren. Der Kampf gegen Atomkraft, gegen die Agrogentechnik, der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen - das war das Leitmotiv seiner Politik. Und das macht auch klar, warum er zu den Grünen gegangen ist und nicht zur CSU. Aber es ging ihm nicht nur um Ökologie. Die Kommunalpolitik war sein zweites großes Thema. Kommunen sind die Keimzellen den Demokratie, hier ist der Kontakt zur Politik besonders eng, die Möglichkeit, sich einzumischen, besonders groß. Dass die Grünen heute für viele Menschen wählbar sind, die uns früher ablehnend gegenüber gestanden haben, ist ein langfristiger gesellschaftlicher Trend. Aber jeder Trend braucht auch Symbolfiguren. Für uns bayerische Grüne war Sepp die Symbolfigur, die klargemacht hat: Auch wir lieben das Land und wollen das Beste für seine Menschen, auch wer in den Traditionen verwurzelt ist kann seine politische Heimat bei den Grünen haben. Mit Sepps Tod haben viele von uns auch einen Freund verloren. Einen Menschen, der seinen Humor selten verloren hat, der verlässlich war und fast immer ein offenes Ohr hatte. Er wird uns fehlen.